Geschichten
Neun Winter später…
Um die Geschichte erzählen zu können, müssen wir neun Jahre zurück in s Jahr 2001 gehen. Damals, es war an einem bitterkalten schneereichen Abend im Dezember, trafen sich zwei junge Menschen Anfang 20 zum gemeinsamen Rodeln. Wer hätte gedacht, dass die beiden sich neun Jahre später – genau am selben Tag – wieder zum Schlittenfahren aufmachen würden. Sie nicht und er wahrscheinlich auch nicht. Dennoch war es so.
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Wieder war es eisig kalt – der Thermometer sank auf minus 10°C und der Schnee war im Laufe der voran gegangenen Tage auf eine beträchtliche Menge herangewachsen. Für die Ausläufer der Wiener Alpen war dies schon eine Ausnahme, da je näher man an die Bundeshauptstadt kommt desto spärlicher findet man schneeverschneite Landschaft an.
Ihre Begeisterung für das Schneestapfen in der Kälte hielt sich – nach einem langen Arbeitstag – in Grenzen. Angesichts der Schneedecke, die unter dem klaren Sternenhimmel wunderbar glitzerte und des langsam steigenden Pulsschlages wurde auch ihr warm ums Herz und sie begann den Anstieg zu genießen. Vor allem genoss sie das Zusammensein mit ihm, mit jenem Mann, mit dem sie seit neun Jahren und dem damaligen Rodeln ihr Leben teilt. Wer hätte das gedacht – ging ihr durch den Kopf und erinnerte sich an die gemeinsamen Stunden, mit denen sie zusammen viel erlebt und gesehen haben: anfängliche Wanderungen steigerten sich zum Bergsteigen, die einfachen Klettersteige führten zu höheren Schwierigkeitsgraden, Radausflüge wurden zu Mountainbike-Touren und die verschiedensten Urlaube waren ebenfalls voll mit tollen Eindrücken und unvergesslichen Impressionen. Glücklich atmete sie tief durch und dachte sich, wie schön die Liebe sei – so schön wie vor neun Jahren und eigentlich noch viel mehr.
Oben angekommen, packte er den vorbereiteten Tee aus, kuschelte sich hinter sie auf die Rodel und sie blickten gemeinsam auf das herrliche Sternendach, das sich über sie spannte. Den Satz „Ich möchte gern mein ganzes Leben mit dir verbringen“ war nur für sie und die glitzernden Nebeltropfen gedacht, die im Schein der Stirnlampe durch die Dunkelheit schweben. Was danach kam, war dann gänzlich nur für sie bestimmt und was hätte sie darauf anderes antworten können als: „JA!“, auch wenn sie sich die Frage vielleicht eines Tages erhofft aber nie erwartet hätte.
Da bald danach die Kälte durch ihre Kleidung kroch, ging es kurze Zeit später rodelnd bergab. Aneinander geschmiegt, die Augen zugekniffen gegen den staubenden Schnee und halb erfroren kamen sie unten an und starteten glücklich ins zukünftige Eheleben.
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von admin am 1. Februar 2012